Was tun, wenn sich das Kind nicht eincremen lässt?

Was tun, wenn sich das Kind nicht eincremen lässt?

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass manche Themen erst mit dem zweiten Kind relevant werden. So war es bei uns mit dem Thema Sonnenschutz.

Wirbelwind hatte sich von Anfang an relativ stoisch ihrem Schicksal ergeben und sich mit Sonnencreme eincremen lassen, wenn wir als Eltern das entschieden haben.

Als Sonnenschein noch ein Baby war, ging das auch noch ohne Probleme. Doch dann kam der Tag, wo Sonnenschein sich mit Händen und Füßen gegen die Sonnenmilch wehrte. Er wollte sich einfach nicht eincremen lassen! Beim ersten Mal hatte ich ja noch die leise Hoffnung, dass er nur einen schlechten Tag hatte. Aber nein, die vehemente Ablehnung blieb.

Was also tun?

Informieren

Wie bei vielen Eltern-Themen gibt es eine Fülle von Ratschlägen, was man unbedingt für seine Kinder tun sollte, damit es ihnen gut geht. Dabei rauszufiltern, was wirklich wichtig ist, war mal wieder unglaublich schwer. Der Tenor ist nämlich, dass ein Kind, wenn die Sonne scheint, unbedingt mit Sonnenmilch eingeschmiert sein sollte. Das war für unsere Verweigerungssituation nun nicht so hilfreich.

Ich bin zum Glück irgendwann über den Artikel „Kinder und Sonne“ des Kinderarzts Renz-Polster gestolpert. Er plädiert dafür, den natürlichen Sonnenschutz der Haut durch langsame Gewöhnung aufzubauen und dadurch die Notwendigkeit von Sonnencreme deutlich zu verringern. Das geht vor allem durch ausgiebiges Toben im Freien mit Ausnahme von Zeiten mit extremer Sonneneinstrahlung z.B. mittags oder am Strand.

Damit konnte ich zumindest in der Frühlings-und Herbstzeit bzw. vormittags und spätnachmittags schon die böse Sonnencreme weglassen. Das entspannte die Situation schon etwas.

Kreative Lösungen suchen

Was sollten wir nun aber in den Zeiten tun, wo unser Sonnenschein doch relativ starker Sonneneinstrahlung ausgesetzt war? Beide Kinder sind blond und haben helle Haut, ein Sonnenbrand ist also schon relativ wahrscheinlich (den Härtetest wollten wir mit unseren Kindern verständlicherweise nicht machen).

Eine kleine zusätzliche Schwierigkeit (und zeitgleich vielleicht einer der Gründe für die starke Abneigung) bestand noch in der leichten Neurodermitis von Sonnenschein. Wir mussten also auch darauf achten, dass unsere Ideen kompatibel mit seiner empfindlichen Haut waren.

Wir begaben uns also auf Lösungssuche.

1. Haut abdecken

Zunächst zogen wir Sonnenschein ein luftiges aber langärmeliges Shirt an, die Nase bekam einen kleinen Klecks Sonnencreme und er bekam einen Sonnenhut mit Nackenschutz auf.

Das ging einigermaßen, war aber relativ umständlich, da Sonnenschein auch nicht so gern Sachen über den Kopf zieht (siehe dazu auch „Und wie du wieder aussiehst“).

2. Sonnencreme variieren

Wir probierten verschiedene andere Sonnencremes aus, andere Formen des Auftragens, z.B. Cremeroller und Sonnenspray.

Alles blöd, weil es dieses cremige Gefühl auf der Haut macht. Man konnte deutlich sehen, wie Sonnenschein jedes Mal versuchte, das „cremige“ von seiner Haut zu wischen.

Damit hatten wir aber wieder eine neue Erkenntnis gewonnen: Das Problem war Sonnencreme. Wir brauchten also etwas, was sich weniger nach Creme anfühlt.

3. Unsere Lösung: Transparentes Sonnenspray

Die Lösung kam von einer unerwarteten Seite. Die Abneigung gegen Creme kenne ich nämlich eigentlich schon seit meiner Kindheit: Mein Bruder hat das Gefühl von Creme auf der Haut auch immer gehasst. Ich erinnere mich deutlich an den angeekelten Gesichtsausdruck, den er bis heute auflegt, wenn er sich eincremt. Und er zeigte mir vor kurzem, dass er zum ersten Mal einen Sonnenschutz gefunden hat, den er erträglich findet: Transparentes Sonnenspray

Es fühlt sich nicht cremig an, lässt sich einfach verteilen und Sonnenschein hat Spaß beim Einsprühen. Eine absolute Win-Win-Situation!

Aktuell kenne ich es nur von einem Hersteller. Daher kann ich hier nicht auf Duftstofffreiheit achten, wie ich es normalerweise versuche. Aber das bedeutet ja nicht, dass die Suche jetzt aufhört. Immerhin haben wir den ersten Schritt geschafft: Sonnenschein lässt sich freiwillig mit Sonnenschutz einreiben. Alles weitere kann dann nach und nach folgen.

Hier haben wir uns, ganz agil, mit Hilfe von kleinen Experimenten mehr und mehr an die Lösung herangetastet und werden sicherlich noch ein paar weitere Versuche starten.

Gerade mit Kindern ist schließlich nichts so stetig wie der Wandel.

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